Im Programm "Drahtlose Systeme und Anwendungen" werden komplexe Systeme für die drahtlose Kommunikation und deren Anwendungen untersucht und entwickelt. Ziel sind Hardware-/Software-Systemlösungen auf hochintegrierten Single-Chips, Systeme on Chip (SoC) oder Systeme in Packages (SiP).
Für WLANs hoher Performance sollen Datenraten bis 100 Gbps bei Trägerfrequenzen bis zu 300 GHz erreicht werden. Weitere wichtige Forschungsthemen sind Untersuchungen, die die Quality of Service im Hochlastbereich verbessern sowie Untersuchungen zur Erhöhung der Zuverlässigkeit von WLANs zur Verwendung in sicherheitskritischen Anwendungen wie in der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation.
Die Forschung zu Systemen mit geringem Energieverbrauch hat zum Ziel, Sensornetze auf Basis hochintegrierter Chips oder SoC zu realisieren. In diesem Zusammenhang werden neue Netzarchitekturen, verteilte, ressourcenarme Middlewareansätze, neue energieeffiziente Medienzugriffsprotokolle sowie energieeffiziente Transceiver erforscht und realisiert. UWB-Technologien auf der Basis von IEEE 802.15.4a sind Beispiele für drahtlose Kommunikation im Nahbereich und zusätzlich hohe Ortsauflösungseigenschaften. Die Forschung zu kontextabhängigen Middleware-Systemen betrifft insbesondere auch die Erhaltung der Privatsphäre und die Sicherheit bei der Nutzung mobiler Endgeräte. Dazu werden modulare Kryptoprozessoren sowohl für AES (Advanced Encryption Standard) als auch für unterschiedliche ECC (Elliptic Curve Cryptography)-Verfahren untersucht und entwickelt. Zusätzlich werden unterschiedliche Verfahren für die digitale Signatur zur Überprüfung der Authentizität von drahtlosen Nachrichten untersucht.
Bei der Entwicklung von Methoden zur Erhöhung der Zuverlässigkeit und Testbarkeit von Schaltungen werden Bibliotheken für CMOS-Technologien untersucht und realisiert, die die Strahlungsfestigkeit von Schaltungen erhöhen. Im Bereich des Logikdesigns werden unterschiedliche Verfahren zur Redundanzerhöhung kritischer Pfade untersucht. Darüber hinaus werden Speichergeneratoren entwickelt, die unterschiedliche Speichertypen unterstützen. EDAC (Error Detection And Correction)-Techniken zur Datenkorrektur in Speichern gehören zum Portfolio. Der Test aller im IHP entwickelten digitalen Schaltungen wird als Dienstleistung angeboten.

